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Friedrich Hirschl  
Nachthaus
 
Nibelungenplatz 1 - Passau | Rubrik: Menschen
Bildbeitrag vom 30.10.2009
Damit hatte der Passauer Lyriker Friedrich Hirschl wohl nicht gerechnet. Der Besucherandrang zur Lesung aus seinem neuen Band Nachthaus war so enorm, dass die Pustet Mitarbeiter aus allen Ecken und Winkeln weitere Stühle hervorzaubern mussten.
Selbst Michael Henkel, Geschäftsführer von Bücher Pustet, war sichtlich überrascht ob der Zahl an Gäste. Ist doch der Bücheranteil im Geschäft mit 500 Lyrik- und Prosabänden recht beschaulich. Das Interesse scheint aber vorhanden zu sein, war doch vor knapp zwei Jahren bei Reiner Kunze (Lindennacht) die Besucherresonanz gleichfalls groß.

Nachthaus lautet der Titel von Hirschls mittlerweile sechsten Lyrikband. Drei Jahre widmete er sich seinem jüngsten Werk, das inhaltlich und stilistisch an das erfolgreiche Werk Herbstmusik anknüpft. Ausdrucksstark sind seine meist der Natur entnommenen Bilder, feinfühlig die Beobachtungen, schnörkellos und pointiert ist die Sprache. Und stets weht ein Hauch von Ironie durch den Bilderwald.
Mit Nachthaus nun ist es Hirschl gelungen, seinen Stil zu vervollkommnen: In noch reduzierteren, noch lakonischeren, vor allem aber noch ausdrucksstärkeren Bildern spiegelt der Lyriker auf wundervolle Weise menschliche Empfindungen. Hirschl entkleidet Menschliches, um es anschließend wieder in Natursymbolik zu verhüllen. Doppelbödig sind seine so geschaffenen Bilder. Denn Hirschl spielt nicht nur mit der Sprache. Er spielt auch mit Assoziationen - nicht nur der Leser, sondern auch der Zuhörer.


Über Friedrich Hirschl:

Friedrich Hirschl (* 15. Oktober 1956 in Passau) ist Lyriker und Pastoralreferent. Mit sechs eigenen Gedichtsammlungen, zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen sowie mehreren literarischen Auszeichnungen hat sich der Schriftsteller über die Grenzen Passaus hinweg einen Namen gemacht.

Hirschl ist Mitglied des „Passauer Literaturkreises“ und der „Regensburger Schriftstellergruppe International“.
Die Begeisterung für Georg Trakl brachte Hirschl während seines Studiums zum Schreiben. Schon damals verfasste er Lyrik und Prosa. Eine Auswahl beider Gattungen veröffentlichte er 1987 in seinem ersten Buch „Erdzeit“.

Seitdem konzentriert sich Hirschl auf die Lyrik. Es folgten die Gedichtbände „Im Fluß der Zeit“ (1989), „… und Sehnsucht singt ein leises Lied“ (1992), „Glut am Himmel“ (2002), „Herbstmusik“ (2006) und „Nachthaus“ (2009).

Während Hirschls Frühwerk unmittelbar den Menschen und dessen Befindlichkeiten in den Blick nimmt, betrachtet er Personen zusehends durch den Spiegel der Natur. In knappen, reduzierten, oftmals überraschenden Metaphern stellt er Landschaften und damit zugleich den Menschen aus ungewöhnlicher Perspektive dar. Mensch und Natur werden dabei letztendlich eins. Dieses Zusammenspiel betrachtet Hirschl mit einem Augenzwinkern. Entsprechend humorvoll ist der Unterton seiner Gedichte.

Hirschls inhaltlicher Anspruch ist es, der Natur ihren verlorenen Zauber zurückzugeben. Dennoch tritt er bisweilen als Mahnender auf. Stets wird Hirschl dabei von der christlich motivierten Achtung der Schöpfung geleitet.


Veröffentlichungen:

Erdzeit (1987)

„Erdzeit“ (Gauke Verlag, Hannoversch Münden) enthält als einzige Buchveröffentlichung Hirschls neben Gedichten auch Prosawerke. Die Texte entstanden während seines Theologiestudiums sowie in den ersten Jahren seiner Tätigkeit als Pastoralreferent. Als solche sind sie stark christlich beeinflusst. Es dominieren Gefühle im Allgemeinen, im Speziellen die Liebe. Auf diese Weise eröffnet Hirschl „erd- und endzeitliche Geheimnisse“ . Er ordnet seine Texte dem Lauf der Jahreszeiten entsprechend an. Auch seine späteren Werke folgen diesem Aufbau.

Im Fluß der Zeit (1989)
Mit seinem ersten reinen Lyrikband „Im Fluß der Zeit“ (Verlag Lippmann-Mindl, Passau) beginnt Hirschl, bereits den literarischen Weg einzuschlagen, dem er noch heute folgt: Er erhebt verstärkt die Natur zum Protagonisten, personifiziert sie.

... und Sehnsucht singt ein leises Lied (1992)
Knapper und märchenhafter werden Hirschls Zeilen in „... und Sehnsucht singt ein leises Lied“ (Edition Töpfl, Tiefenbach). Zugleich gewinnen die Texte an Anschaulichkeit. Zu dieser tragen auch die Farbillustrationen von Christine Költze-Füller bei. Für sein Gedicht „Regen“ wurde Hirschl 2007 im Rahmen des „Wasserpoesie“-Lyrik-Wettbewerbs ausgezeichnet.

Glut am Himmel (2002)
Zehn Jahre Zeit nahm sich Hirschl für die Veröffentlichung von „Glut am Himmel“ (Edition Töpfl, Tiefenbach; Illustrationen von Theo Bottler). Mit dieser zeitlichen Distanz geht eine inhaltliche einher: Hirschl nimmt den Menschen endgültig durch den Spiegel der Natur in den Blick. Sein Gedicht „Spieler Herbst“ wird Anknüpfungspunkt für den Folgeband „Herbstmusik“.

Herbstmusik (2006)
Mit „Herbstmusik“ (Verlag Karl Stutz, Passau) legt Hirschl sein bislang reifstes Werk vor. Es ist lakonischer, humorvoller und zugleich ironischer als seine Vorgänger. Es enthält „Sinnsprüche, die auf den Kern reduziert sind“ . „Herbstmusik“ lässt verstehen, wieso Hirschl einmal das Prädikat „Spieler Dichter“ verliehen bekam: Hirschl spielt nicht nur mit der Sprache. Er spielt auch mit den Assoziationen seiner Leser. Entsprechend positiv fielen die Resonanzen in zahlreichen Besprechungen und bei Lesungen aus.

Nachthaus (2009)
Dem Spiel mit der Sprache bleibt Hirschl in seinem sechsten Lyrikband „Nachthaus“ (Verlag Karl Stutz, Passau) ebenso treu wie dem Spiel mit den Elementen. Mit knappen Worten und einem Augenzwinkern skizziert der Autor ausdrucksstarke Bilder. Meist sind sie der Natur entnommen. Und meist sind sie doppelbödig. Denn in der Natursymbolik spiegelt Hirschl menschliche Empfindungen. Damit knüpft er an den Stil an, zu dem er in „Glut am Himmel“ und „Herbstmusik“ gefunden hat. Doch er hat ihn vervollkommnet. In „Nachthaus" werden Mensch und Natur erstmals eins.

Quelle Vita & Werke: Wikipedia

 
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